Von:
Romina Rieder

e-stadtbummel.de

"Shoppen, Shoppen, Shoppen", lautete unser Motto. Dafür trafen wir uns an diesem Samstagmorgen in der Nürnberger Innenstadt. Der Stadtbummel mit meiner besten Freundin ist schon legendär. Zum Start meinte ich noch zu ihr, "Ich brauche eigentlich nichts." Doch ehe ich mich versah, fand ich mich sechs Stunden später voll bepackt mit Einkaufstaschen total erledigt in einem Café wieder. Um mich herum überall Menschen mit Einkaufstüten: Computerspiele, Kletterequipment und einen DVD-Player. Den hat der Mann am Nachbartisch bei seinem Stadtbummel erstanden.

"Ganz schön viel Schnickschnack", dachte ich. "Doch was hab ich da nur alles gekauft? Naja! Aber schön sind die Sachen schon! Da fällt mir ein: Einen blauen Pulli zu meinem Jeansrock, den könnte ich auch noch gut gebrauchen."

Die Sehnsucht nach immer mehr, nach mehr Luxus, mehr Action, mehr Abwechslung. Ein Gefühl, das ich gut kenne. Mehr haben wollen. Die ganze Fülle der Möglichkeiten ausschöpfen. Doch kann ich auf diesem Weg jemals zufrieden werden oder das Gefühl haben, dass es genug und gut ist, so wie es ist?

Um zumindest den Shopping-Teufelskreis zu durchbrechen, habe ich bei meinem nächsten Stadtbummel ein Experiment gestartet. Neben dem Besuch in meinen Standardläden habe ich auch einen Stopp in der Lorenzkirche eingelegt. Dort ließ ich mich einige Zeit mit meinen Tüten in einer der hinteren Kirchenbankreihen nieder: Diese Ruhe, dieser Frieden!

Die Zufriedenheit, die von diesem Ort ausgeht, ließ mich lange dort sitzen. Da waren Pullis, Schuhe etc. vergessen. Die Sehnsucht nach mehr schien wie weggeblasen.

Wie ich dort so saß erschöpft von meinem Stadtbummel und einfach zufrieden, hier zu sein, musste ich an Worte aus dem Kolosserbrief denken: Denn in ihm, in Christus, wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig (Kolosser 2,9).

Das habe ich bei diesem besonderen Stadtbummel gespürt. Mein Fazit also: Experiment geglückt!